Gegen Antisemitismus und Antizionismus in Frankfurt

Wir beteiligen uns an der Protestkundgebung gegen die KOPI-Palästinakonferenz im Ökohaus (Frankfurt) am 9. und 10. Juni 2017.

Bei der Konferenz handelt es sich um ein Treffen von BDS-Sympatisant*innen und anderen Israelhasser*innen. Eingeladen hat die Gruppe KOPI (Koordinationskreis Palästina Israel). Der Titel der Konferenz lautet „50 Jahre israelische Besatzung – für ein Ende der Besatzung und für einen gerechten Frieden“.

Thematisiert werden sollen die Zustände – oder eher die Missstände – welche die Besatzung Israels auf sogenanntem palästinensischen Gebiet (sprich Westbank, Golan, Gaza und Ost-Jerusalem) verursacht. Diese Gebiete sind im Zuge des Sechs-Tage-Krieges 1967 annektiert worden. Vollkommen vernachlässigt wird hierbei der historische Kontext, also die Bedrohungslage aus der heraus sich Israel 1967 verteidigen musste: ein Angriff der Armeen von Syrien, Ägypten, Libanon und Jordanien, dessen Ziel die Auslöschung des Staates Israels war. Die Einbehaltung der besetzten Gebiete hat pragmatisch politische Dimensionen, die nicht beleuchtet werden. Es geht um ein Faustpfand, welches Israel eine Verhandlungsbasis bot, mit Feinden die es vernichten wollen. Die Auswirkungen auf die Palästinenser*innen mögen subjektiv dramatisch sein. Politisch ist seit 50 Jahren auf kein produktives Verhandlungsangebot zur Änderung der Situation seitens Israels durch die politische Administration in der Westbank oder Gaza eingegangen worden. Stattdessen führen diese einen mehr oder weniger antisemitischen Propagandfeldzug gegen den einzigen jüdischen Staat.

Trotzdem wurde Gaza 2008 von Israel geräumt – ein Friedensangebot. Die Reaktion: Raketenangriffe der Hamas.

Israel ist ein bürgerlicher Staat und als solcher nicht unfehlbar, aber die Eskalation begann nicht mit der Besatzung.

Der Antisemitismus ist der Auslöser und der Hauptgrund, weswegen der Konflikt um Israel bis heute nicht beigelegt werden konnte.

Die BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions) sieht die Schuld vor allem – wenn nicht nur – bei Israel. Durch die Forderungen des Boykotts von israelischen Handelswaren, den Abzug von Investitionen und die Einrichtung internationaler Sanktionen soll Druck auf Israel ausgeübt werden, einseitige Eingständnisse zu machen. KOPI unterstützt diese Forderungen.

Das vermeintliche Bekenntnis zum legitimen Sicherheitsbedürfnis Israels, das der KOPI immer mal wieder äußert (z.B. im Ankündigungstext zur Kampagne), kann als strategisch platzierte Finte dekonstruiert werden, denn die Vorderungen der BDS-Bewegung gehen weiter und kommen der NS-Forderung: „Kauft nicht bei Juden“ gefährlich nahe.

Am Ende, ob unbewusst oder bewusst (da auch z.B. die Hamas Teil der BDS-Bewegung ist), wird auf die Zerstörung der israelischen Wirtschaft und damit Israels abgeziehlt.

Das Sicherheitsinteresse Israels kann nur ernst genommen werden, wenn verstanden wird, dass dessen Feinde das Land und seine jüdischen Bewohner*innen vernichten wollen.

Uns ist bewusst, dass die Gegenveranstaltung gegen die KOPI-Konferenz mit CDU, Evangelikalen und anderen aus einem Bündnis auch mit antiemanzipatorischen Kräften besteht.

Trotzdem halten wir den Handlungsbedarf für gegeben. Dieser thematische Kompromiss, bedeutet nicht, dass wir uns mit diesen in Allianz verstehen.

Wider den Feinden Israels,

kommt zum Protest am 09.06.2017

um 18.30 Uhr

vor dem Ökohaus (Kassler Strasse 1/Frankfurt)

 

Wir verweisen auch auf die Veranstaltung:

Mi. 7.6.2017, 19.30 Uhr, FRANKFURT/M.
»Boykott Israel: Kritik oder Antisemitismus?«
Die Diskussion zur BDS-Bewegung und die sog. Israelkonferenz in Frankfurt/Main.
Podiumsdiskussion mit:
• Jutta Ditfurth (Stadtverordnete ÖkoLinX-Antirassistische Liste)
• Meron Mendel (Direktor der Bildungsstätte Anne Frank)
• Gabriele Scherle (Pröpstin für Rhein-Main, Evangelische Kirche in Hessen Nassau)
• Moderation: Hanning Voigts (Frankfurter Rundschau)

Eine Veranstaltung der Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt/M.
Ort: Ökohaus, Kasseler Str. 1a, 60486 Frankfurt/M.
Wegbeschreibung: S 3/4/5/6 Westbahnhof; U6/U7 Leipziger Straße; Bus 16 Adalbertstraße.
Eintritt: frei

 

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