Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!

(18. September 2017)
Am Samstag den 09. September machte der sogenannte „Bus der Meinungsfreiheit“ auf seiner zehntägigen Tour auch wieder in Wiesbaden auf dem Luisenplatz vor dem hessischen Kultusministerium Halt. Zum mittlerweile vierten Mal sucht das Reaktionäre „Demo für Alle“ Bündnis die Landeshauptstadt heim. Nach zwei Demonstrationen und einem Symposium versuchten Hedwig von Beverfoerde und ihr Gefolge ihre homo- und transfeindlichen Ansichten auf die Straße zu tragen.
Sie stellen sich u.a. gegen den von der Landesregierung beschlossenen Lehrplan für Sexualerziehung und die gleichgeschlechtliche Ehe. Ihr heteronormatives Weltbild transportieren die christlichen Fundamentalist*innen nicht nur über den knallorangenen Bus mit Strichmännern- & Frauenabbildern und der Unterschrift „Junge = Junge“, „Mädchen = Mädchen“ usw., sondern auch durch Demonstrationen auf denen sie für ein konservatives (Familien-)Weltbild einstehen und das beispielsweise am 31. Oktober 2016 mit nicht wenig namenhaften Nazis. (der Dritte Weg, NPD, JA, IB..)
Am Samstag war die Kundgebung des Bus des Grauens, die aus 20 Personen bestand, welche „Demo für alle“ Fahnen schwenkend und Schilder mit der Aufschrift „Kein gender an Hessens Schulen“ hochhaltend, in ihrem Gitter quasi nicht hörbar. Dies lag vor allem daran, dass von beiden Seiten der aufgestellten Zäune um die zweihundert Menschen laut Parolen gerufen haben und es vereinzelt auch in Regenbogenfahnen gekleidete Menschen in die Mitte des Platzes geschafft haben, um die Kundgebung zu stören.
Jedoch war erstaunlich oft von Seiten der Gegendemonstrant*innen der in dem Fall etwas plumpe Spruch „Nazis raus!“ zu hören. Wir wollen keinesfalls den Protest gegen das sogenannte „Demo für Alle“ Bündnis delegitimieren und freuen uns sehr, dass jedes mal sobald sich die DfA in Wiesbaden ankündigt viele Menschen auf die Straße gehen! Jedoch ist es in unseren Augen schwierig nur von Nazis zu sprechen. Natürlich denkt man während man wahrscheinlich meist wütend auf den/die politische/n Gegner/in schimpft nicht über jedes skandierte Wort nach, jedoch finden wir es nicht verkehrt im Nachhinein darüber nachzudenken, ob es der passendste Ausruf ist. Auch kann man sich bestimmt sehr gut in verschiedensten Debatten über gerufene Wörter und Sprüche verlieren, jedoch ist es zumindest bei diesem Ausruf manchmal sehr fragwürdig in generalisierend gegen alles und jeden einzusetzen.
Kondome, Spirale – Linksradikale!
Gegen jeden Fundamentalismus – nieder mit Jesus und für den Feminismus!
Lasst es glitzern, lasst es knallen – Sexismus in den Rücken fallen!
Gegen Sexismus jeder Art – nieder.. nieder mit dem Patriarchat!
(Foto: protestfotografiefrankfurt)
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